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Permanet Record - Meine Geschichte

20.05.2021

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Vorwort

Das Buch „Permanent Record“ schreibt die Geschichte von Edward Snowden nieder und erschien 2019. Es ist ein subjektiver Eindruck auf die Technologien der Geheimdienste, um Informationen zu erlangen und diese für weitere Aktionen nutzen zu können. Die entwickelten Technologien bringen auch neue Probleme mit sich. Alte analoge Systeme müssen für die digitalen Systeme weichen, da deren Effizienz und Geschwindigkeiten oft besser sind. Das Buch bringt diesen Wandel mit den grundlegenden unveräußerlichen Rechten, die ein Mensch durch die Menschenrechte besitzt, in Verbindung und Konflikt.

Der Inhalt des Buches ist vielseitig, da es einen für Snowden entscheidenden Teil seines Lebens abbildet. Deswegen kann diese Buchrezension den Umfang des Buches nur versuchen zu erfassen.

Betrachtung des Werkes

Einführung Themengebiet

Edward Snowden ist ein ehemaliger Geheimdienstmitarbeiter der USA. Er war bei zwei unterschiedlichen Geheimdiensten tätig. Dies sind die CIA und NSA. Durch seine Arbeit hatte er sehr umfangreiche Zugriffe auf die Systeme und Informationen innerhalb dieser US-Behörden. Durch seine Weitergabe von geheimen Dokumenten an Journalisten deckte er ein gesamtes Netzwerk von Überwachungsmethoden gegenüber der eigenen USA-Bürger, Verbündeten der USA und im Grunde scheinbar der ganzen Welt auf. Durch diese persönliche Aktion brachte er sich in wahrscheinlich Lebensgefahr oder zumindest in die Gefahr nie wieder einen freien Fuß aus einem USA Gefängnis setzten zu dürfen, sollte er sein Heimatland wieder betreten. Dies machte Ihn 2013 zu einem Whistleblower der versuchte die eigene Verfassung seines Heimatlandes zu schützen.

Die Veröffentlichungen brachten alle Nationen in Aufruhr. In vielen Staaten wurden Untersuchungen veranlasst und durch Organisationen und die Presse der Umgang mit privaten Informationen durch Behörden und auch privaten Unternehmen infrage gestellt. Gerichte sprachen Präsenzfälle aus. Das Thema Datenschutz spiegelte sich 2016 in der DSGVO der Europäischen Union wider.

Inhalt des Buches

Im Buch wird sein gesamtes Leben umrissen. Es wird versucht in direkter weise dieses wiederzugeben. Über die verschiedenen Kapitel erstrecken sich Haltepunkte, die einen besseren Überblick über Abläufe und Gedanken Snowdens geben sollen. Das Buch teilt sich dafür in drei Teile auf. Der erste Teil erstreckt sich von dem ersten Hack der Schlafenzeit der Kindheit bis hin zur Freigabe für geheime Dokumente der USA. Abschnitt Zwei vermittelt dem Leser den Erstkontakt mit “dem System“, um dann bis zu Beginn von Teil drei mit „Zu behaupten, dass uns unsere Privatsphäre egal ist, weil wir nichts zu verbergen haben. […] Nur weil uns die eine oder andere Freiheit heute nicht wichtig ist, heißt das nicht, dass sie uns oder unserem Nachbar morgen auch noch unwichtig sein muss, […]“ [S. 265] fast zu enden. Der dritte Teil beginnt in Hawaii auf der Insel Oahu. In dem dort “geheimen“ NSA-Stützpunkt entstanden seine letzten Überzeugungen, die Ihm 2013 zum Whistleblower werden lassen würden. Er entwickelte dort Systeme die er selbst im Buch als z.B. Heartbeat beschreibt. Zum Ende des dritten Teils setzt er sich mit den Ergebnissen und Veränderungen seiner Veröffentlichungen auseinander. Seine letzten Zeilen des Buches schreibt er aus dem Exil in Russland im Jahr 2019.

Durch die Erzählung tauschen auch technische Begriffe auf, die durch Beispiele versucht werden zu verdeutlichen. Dabei werden keine großen mathematischen Gleichungen oder Grafiken verwendet, sondern die Idee der Wirkweise einer bestimmten Abfolge.

Das Werk als Matrix

Die Inhaltsdichte des Buches ist durch die drei Teile und die 29 Überschriften auf 425 Seiten plus kleinen Anhang sehr sehr sehr hoch. Von dem „Edward Snowden Moment“ auf Seite 191 bis zum Ende des Buches kommen durch viele Gedankengänge Snowdens und seinen Gedankensprüngen eine große Menge von kleinen Details für den Leser zum Vorschein. Durch fehlende Grafiken und Illustrationen ist es ausschließlich Fließtext. Der dabei verwendete Sprachstil verändert sich von Teil Eins zu Teil Drei von allgemein nachvollziehbar zu nachdenklich und verdeutlichend. Dadurch entsteht das Gefühl einer Aktualität der Thematik. Es vermittelt ab ca. Mitte des Buches eine gefühlt steigende Spannungskurve, die sich weiter nach oben zieht, je näher der/ die Leser*in dem Exil in Russland kommt. Die Schlüssigkeit der Handlungen wird subjektiv verdeutlicht. Dabei bringt Snowden durch seine vielseitigen Denkansätze und dem Vergleich von Denkergebnissen einen tiefen Einblick in seine Handlungen und Aktionen. Die Informationen im Buch direkt als wahr nachzuvollziehen ist schwierig. Für Personen, denen der technische Hintergrund zu Abläufen und Prozessen in Computerarchitekturen fehlen, kann es schwer sein den Wahrheitsgehalt subjektiv bewerten zu können.

Die Hauptaussage des Buches versucht immer wieder die Grundrechte, die allgemeine Freiheit und den Schutz der Privatsphäre in den Fokus zu nehmen, z.B. auf den Seiten 248, 343, 345, 361, indirekt Seite 369, indirekt 375 und dem Vorwort zu Kapitel 28. Auf Seite 392.

Zielgruppe und Schlussbemerkung

Zielgruppe

Der Inhalt richtet sich an alle die versuchen wollen mehr über die Veröffentlichungen der Überwachungs-Affären zu erfahren. Gleichzeitig ist das Buch auch für Personen, die etwas zur Person Edward Snowden erfahren wollen, Impulse zu Verschlüsselung im digitalen Zeitalter, eine andere Sichtweise und oder einfach nur ein Buch lesen wollen, dass auch philosophische Ansätze gibt. Einzelne Kapitel könnten auch für Juristen, Richter und Richterinnen einen Denkansatz im Bezug auf die jeweilige Landesverfassung in Verbindung mit neuen Technologien geben.

Dieses Buch richtet sich weniger an Personen die eindeutig etwas über technischen Prozesse und Realisierungen von technischen Anforderungen an Systeme lernen wollen. Es hat seinen allgemeinen Schreibstil einen eher anregenden Charakter als einen speziell vermittelnden Charakter für technisches Wissen.

Schlussbemerkung

Uff… Wo fange ich an. Als ich das Buch kaufte kam ich nicht dazu dieses Buch zu lesen. Ich hatte nicht ausreichend Zeit und war mit anderen Dingen beschäftigt. Jetzt im Zuge einer kleinen Lebensumstellung hat sich das geändert. Bis ungefähr zur hälfte des Buches war es für mich eher etwas mürbe. Trotzdem gaben mir die Schilderungen aus der ersten Hälfte des Buches einen tieferen Einblick für die späteren Beweggründe Snowdens in der zweiten Hälfte des Buches. Die Modelle die Snowden Anriss und Ihre Ideen dahinter brachten mich zum Nachdenken und auch mein technisches Wissen der Informatik wurde herausgefordert. Ich selbst wäre wahrscheinlich mit meinem jetzigen Wissen nicht in der Lage ein solches System wie Heartbeat zu programmieren. Ich wäre womöglich lediglich im Stande eine Skizze und Abläufe des Programms zu planen, also seine Funktionen festzulegen. Trotzdem sind viele der Systeme, die im Buch benannt werden, technisch mehr als umsetzbar. Bereits mit der begrenzten Speichertechnologie in der Jahrtausendwende waren einige der Systeme technisch möglich.

In den letzten 20 Jahren ist durch den voranschreitenden Aufbau und Ausbau des Internets und durch die wachsende Abhängigkeit auf Informationen schnell und einfach jederzeit zugreifen zu können nicht nur ein politisches Problem geworden. Es ist eine allgemeine Motivation der meisten Menschen sich im Social-Media zu präsentieren. Diese Freiheit zu haben, dies tun zu dürfen, verrät aber auch bei schlecht gewählten Privatsphäre-Einstellungen viel über die eigene Person zu beliebig vielen Dritten. Gleichzeitig geben wir auch gerne Informationen zu Privatfirmen weiter, aber dem Staat geben wir lieber gar keine Informationen. Egal welchen der drei Parteien wir unsere Informationen geben, diese sind wahrscheinlich für immer im Internet verfügbar, auf ewig und über den Tod hinaus.

Einige der Schilderungen von Snowden geben mir deutliche Impulse über meine privaten Geräte (Smartphone, PC, mein nicht WLAN-fähiger alter Toaster, …) nachzudenken, auch wie ich meine Daten in einer Cloud bei Microsoft, Google oder Apple speichere. Für die Cloud wäre wahrscheinlich eine Verschlüsselung gut.

Eine Sache hat mich beim Lesen des gesamten Buches nicht losgelassen: „Welche Informationen wurden nicht gesagt?“ und auch „Sind alle Beschreibungen im Buch so wahrheitsgemäß, wie diese Edward Snowden beschrieben hat?“ Ich denke das in jeder Erzählung und Geschichte Wahrheit steckt, aber ich denke auch das eine gesunde Skepsis gegenüber Informationen aus nicht unbedingt nachvollziehbaren Quellen mit einer gewissen Vorsicht zu genießen sind. Mit „nicht nachvollziehbar“ meine ich, dass mein aktueller Wissenstand wo ich diese Zeilen schreibe, nicht ausreichend ist, um mit 100% Sicherheit zu sagen: „Ja, es stimmt.“

Ich bin mir nicht sicher welche Seite Gut und welche Böse ist. Ein Staat funktioniert nur so lange wie Menschen an sein Fundament glauben, sodass ich nicht urteilen möchte wer gut und wer böse ist. Durch die vielen Menschen auf dieser Erde (ca. 7,7 Mrd.) wird es deutliche Interessenkonflikte geben und diese wird meine Generation mehr als ausführlich miterleben müssen.

Ich bin gespannt, wie es bis 2050 weiter geht. Nicht nur weil der Klimawandel eine große Rolle spielen wird, sondern auch weil die aufkommenden Methoden und Technologien unser Verständnis von gutem Journalismus verändern werden. Eines ist mir jedoch klar geworden, dieses Jahrhundert, dass 21. Jahrhundert, wird für mich eines der spannendsten und interessantesten überhaupt. Was mit meinem Beruf Ingenieur der Elektro- und Informationstechnik wahrscheinlich zusammenhängt.

Allgemeine Informationen

Titel: Permanet Record – Meine Geschichte

Autor: Edward Snowden

1. Auflage

Verlag: Fischer Verlag GmbH

Ort: Frankfurt am Main

ISBN: 978-3-596-70096-1

Disclaimer

Diese Rezension entstand aus eigener Motivation und Interesse am Buch. Ich wurde nicht vom Verlag oder vom Autor für diese Rezension bezahlt oder kontaktiert. Ebenfalls ist die Rezension aus meinen eigenen Gedanken, Schlussfolgerungen und Interpretationen entstanden. Diese Rezension ist keine gekaufte Werbemaßnahme für das Buch oder den Verlag.

Sollte jedoch Interesse an einer Kooperation bestehen freue ich mich über eine E-Mail.

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